Insulinresistenz ist eine häufige, oft übersehene Stoffwechselstörung

Insulinresistenz ist eine häufige, oft übersehene Stoffwechselstörung

Insulin ist für nahezu alle Zellen unseres Körpers notwendig, um den aus der Nahrung kommenden Zucker (Glukose) aufzunehmen und zu verarbeiten. Steigt der Blutzuckerspiegel, werden in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse gespeichertes Insulin freigesetzt und neues Insulin produziert. Nur auf diese Weise kann Glukose in Energie umgewandelt werden. Außerdem wirkt sich Insulin auf den Stoffwechsel von Fett und Aminosäuren aus.

Wenn die Körperzellen weniger empfindlich auf Insulin reagieren, wird dies von Ärzten als Insulinresistenz bezeichnet.  Bei diesem Vorgang nehmen die Zellen nahezu keine Glukose mehr aus dem Blut auf. Das signalisiert der Bauchspeicheldrüse, dass sie zur Regulierung des Blutzuckers noch mehr Insulin ausschütten soll. Ein Teufelskreis entsteht. Dieser Zustand ist eine oft übersehene, häufig vorkommende Stoffwechselstörung, die Jahre oder Jahrzehnte unbemerkt bestehen kann. Langfristig kann das ernsthafte gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

Es existieren mehrere zusammenwirkende Ursachen:

Insulinresistenz entwickelt sich durch eine Kombination aus Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung sowie genetischen Veranlagungen und zusätzlichen Faktoren wie Stress, Schlafmangel, chronischen Entzündungen und bestimmten Vorerkrankungen. Die Zellen reagieren dabei weniger auf Insulin, was zu hohen Blutzuckerwerten führt und oft ein Vorstadium von Typ-2-Diabetes ist.

Meistens liegt die Ursache für eine Insulinresistenz jedoch im Lebensstil begründet. Zur Entstehung einer Insulinresistenz können unter anderem Übergewicht, eine Ernährung mit vielen raffinierten Kohlenhydraten, zuckerhaltigen Getränken und gesättigten Fetten sowie Bewegungsmangel beitragen. Wird der Insulinspiegel erhöht, so wird dadurch einerseits die Reduktion von Körperfett gehemmt und andererseits die Speicherung von Körperfett begünstigt. Fettgewebe verstärkt die Insulinresistenz. Bauchfett ist besonders dafür verantwortlich, dass Entzündungsstoffe freigesetzt werden und die Wirkung von Insulin gestört wird. Ein Bewegungsmangel führt außerdem zu einer schlechteren Insulinempfindlichkeit, da nicht trainierte Muskeln weniger Fette und Kohlenhydrate verbrauchen.

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Auch familiäre Belastungen, chronische Entzündungen sowie Stress, der durch den modernen Lebensstil verursacht wird, tragen zur Verringerung der Insulinwirkung bei.

Schlafmangel und Stress können das Hormonsystem beeinflussen und die Insulinwirkung beeinträchtigen. Stress und Schlafmangel führen zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, was eine übermäßige Insulinausschüttung nach sich zieht. Das Stresshormon Cortisol, das eine große Bedeutung für den Zuckerstoffwechsel hat, trägt zur übermäßigen Insulinausschüttung bei. Es muss jedoch nicht so weit kommen. Folgeerkrankungen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Arteriosklerose – das Metabolische Syndrom – können frühzeitig erkannt und behandelt werden, um sie zu verhindern oder hinauszuzögern.

Eine Anpassung des Lebensstils und der Essgewohnheiten, durch eine Ernährung mit hohem Ballaststoffanteil und möglichst geringem Zuckerzusatz sowie regelmäßiger Betätigung, kann dazu beitragen, die Zellen wieder empfindlicher für Insulin zu machen. Aktive Muskelzellen nehmen Zucker gern auf. Einer aktuellen Studie zufolge gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und einem erhöhten Risiko für Insulinresistenz. Ballaststoffe sorgen für ein Sättigungsgefühl, bremsen die Verdauung und bewirken deshalb, dass der Blutzuckerspiegel langsamer ansteigt. Es handelt sich um einfache Maßnahmen, um die Zuckerregulation zu verbessern. Sie tragen zudem zu einer gesunden Darmflora bei. In Deutschland haben viele Menschen einen Omega-3-Fettsäuremangel, der oft ignoriert wird. Omega-3-Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften und helfen, Blutzuckerwerte zu reduzieren.

Der Körper kann nur dann wieder ins Gleichgewicht kommen, wenn er alle erforderlichen Vitamine und Mineralstoffe bekommt. Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel unterstützt den Körper dabei, besser auf Insulin zu reagieren und Zucker effektiver aufzunehmen. Vitamin D unterstützt die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Aus diesem Grund steht mehr Insulin zur Verfügung. Deshalb geschieht die Aufnahme des aus dem Blut kommenden Zuckers in die Zellen schneller, was einen Rückgang des Blutzuckerspiegels zur Folge hat.

Magnesium hat die Funktion, die Hormonfreisetzung zu steuern – dazu gehört auch die von Insulin. Wenn es fehlt, produziert die Bauchspeicheldrüse weniger Insulin. Für den Stoffwechsel sind B-Vitamine von entscheidender Bedeutung. Zahlreiche Untersuchungen lassen darauf schließen, dass die Einnahme von B-Vitaminen den Zuckerstoffwechsel verbessert.

Zink spielt eine wesentliche Rolle bei der Bildung und Speicherung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse. Zudem ist es für die Wirkung von Insulin an den Zellen wichtig, da es die Zuckeraufnahme aus dem Blut unterstützt.

Eine gesunde Ernährung, eine optimale Mikronährstoffversorgung, ausreichende Bewegung und genügend Regeneration erhöhen die Wahrscheinlichkeit, die Insulinresistenz umzukehren und den Stoffwechsel zu normalisieren. Ein gesunder und gut funktionierender Stoffwechsel ist grundlegend für das Körpergewicht, die Gesundheit, das Aussehen und das Wohlbefinden.

Achten Sie auf Ihren Stoffwechsel und bleiben Sie gesund.

Gabriele Assfalg
info@gabriele-assfalg.de