„Am Ende hat immer die Mikrobe das letzte Wort“ (Louis Pasteur 1822-1895)

„Am Ende hat immer die Mikrobe das letzte Wort“ (Louis Pasteur 1822-1895)

Jede Zelle unseres Körpers ist hochspezialisiert und gleichzeitig autonom. Sie kommuniziert mit anderen Zellen und erfüllt im komplexen Geflecht unseres Körpers ihre Aufgaben. Aber das ist noch nicht alles: Bakterien leben in riesigen Mengen in und auf unserem Körper; sie bevölkern unsere Haut, unseren Darm und unsere Schleimhäute. Ohne diese Mikroben wäre unser Leben völlig unmöglich. Unser Körper ist demnach eine Gemeinschaft aus menschlichen und mikrobiellen Zellen.

Im menschlichen Darm wohnen Billionen von Mikroorganismen, die bei der Verdauung helfen, Nährstoffe generieren und das Immunsystem stärken. Der Darm zählt zu den wichtigsten Organen für die Entgiftung des Körpers, da bei jeder Nahrungsaufnahme Schadstoffe entstehen, von denen sich der Körper wieder befreien möchte. Es hängt von unserem Lebensstil, beginnend mit der Geburt, über unsere Ernährung bis hin zur Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika ab, welche Mikroben in unserem Körper überleben, sich vermehren oder verschwinden.

Die Mikroben beeinflussen unsere Gesundheit, unser Immunsystem, unser Verhalten und unsere psychische Verfassung. Die Aktivität unserer Immunzellen, unsere Anfälligkeit für Infektionen und die Entstehung chronischer Entzündungsprozesse werden von der Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst. Die als Darm-Hirn-Achse bezeichnete Verbindung bewirkt, dass Veränderungen der Darmflora unmittelbare Auswirkungen auf unsere Stimmung, Konzentration und Stresswahrnehmung haben. Auf der anderen Seite kann psychischer Stress die Zusammensetzung der Darmflora erheblich beeinträchtigen.

In der chinesischen Medizin ist der Darm die Wurzel des Körpers. Und jeder weiß, Pflanzen mit einer geschädigten Wurzel erkranken oder sterben. Um viele chronische Beschwerden erfolgreich behandeln zu können, muss zunächst die Darmschleimhaut in Ordnung gebracht werden. Die alten Heiler kannten bereits die Bedeutung des Darms. Ein Zitat von Paracelsus, einem Schweizer Arzt und Naturphilosophen (1493–1541), lautet: „Der Tod sitzt im Darm“. Auch in der Naturheilkunde galt es schon immer als selbstverständlich, den Darm zu betrachten und in die Behandlung einzubeziehen.

Es ist erstaunlich, wie viele Körperprozesse ihren Ursprung im Darm haben. Wir können die Rolle des Darms für ein gesundes Altern aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Es ist erforderlich, dass sich die Perspektive dahingehend ändert, dass immer mehr die Frage in den Vordergrund rückt, wie man eine Krankheit verhindern kann, bevor Symptome auftreten und eine manifeste Erkrankung festgestellt wird. Wir befinden uns in einem Spannungsfeld, in dem es angestrebt werden sollte, schädliche Einflüsse mit der Regeneration des Organismus in Einklang zu bringen. Uns ist bekannt, was uns gut tun kann und was wir möglicherweise meiden sollten.

Ein gesunder Darm ist das erste, um das wir uns kümmern sollten. Wir schaffen eine ausgewogene Balance unter unseren Darmbewohnern, indem wir zum Beispiel die Nützlinge stärken, damit sie sich gegen schädliche Bakterien behaupten können. Wenn wir unsere kleinen Helferlein im Darm unterstützen, tun wir unserer Gesundheit insgesamt etwas Gutes. Im Grunde genommen besteht das Konzept der Darmprophylaxe darin, dass alles, was zu einem gesunden Leben gehört, auch der Gesundheit des Darms zugutekommt. Daher ist ein achtsamer Umgang mit Ernährung, Stress und Medikamenten entscheidend für ein gesundes Leben; dazu ist es nie zu spät.

Achten Sie auf Ihre mikrobiellen Mitbewohner und bleiben Sie gesund.

Gabriele Assfalg
info@gabriele-assfalg.de